Österreichs Kanzler will nächstes Jahr "weniger Flüchtlinge"

Bundeskanzler Werner Faymann will 2016 weniger Flüchtlinge in Österreich haben als in diesem Jahr. Er hat sich dafür ausgesprochen, die Rückführung jener Flüchtlinge, die keinen Asylgrund vorweisen, zu verstärken! "Wir können nicht so tun, als hätten alle Flüchtlinge tatsächlich einen Asylgrund. Daher müssen wir die Rückführung verstärken", so der Kanzler.

"Ordnung in die Unordnung bringen"

Ziel sei es, nächstes Jahr weniger Flüchtlinge in Österreich zu haben, erreichen will er dies indem man "Ordnung in die Unordnung" bringt, wie Herr Faymann sagte. Einmal mehr betonte der Chef der SPÖ, dass im Jahr 2016 die Flüchtlings-Situation noch schwieriger werden könnte als heuer.

"Wir wissen nicht, wie sich die Situation in Syrien und der ganzen Region entwickelt. Derzeit kommen vielleicht weniger Flüchtlinge, aber man sollte den Winter nicht mit einer Verbesserung der Situation verwechseln", sagte er erneut.

Evangelische Bischof Bünker fordert Mitgefühl

Der Evangelische Bischof Michael Bünker fordert indessen im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle mehr Mitgefühl ein. "Ich glaube, dass diese Gesellschaft vor die Hunde geht, wenn wir uns von diese eigenen Fähigkeit abschneiden", so der Bischof. Eine weitere Verschärfung der Krise sieht er durch den Klimawandel auf Europa zukommen. Von der Bildungsreform ist er mäßig begeistert.

Bünker schließt sich der Warnung mehrerer Hilfsorganisationen an, wonach das Erstaufnahme-System zusammengebrochen sei: "Das ist alles sehr besorgniserregend." Erstaufnahmezentren gehörten in jedem Bundesland eingerichtet und "das Gezerre zwischen Bund, Ländern und Gemeinden muss endlich einmal aufhören". Kritik übte der Bischof an den Regierungsplänen zu Asyl auf Zeit, was aus rein menschenrechtlichen Gründen gar nicht geben könne.

Höhepunkt der Flüchtlingswelle noch längst nicht erreicht

Für den Evangelischen Bischof ist der Höhepunkt der Flüchtlingswelle aber noch längst nicht erreicht – aus einem weiteren Grund: "Es sind schon jetzt über 20 Millionen Menschen Klimaflüchtlinge. Von denen ist noch kaum jemand bei uns", meint er. Die Umsetzung des Klimagipfels von Paris müsse nun wirklich angegangen werden "und ich bin mir sicher, dass Österreich mehr tun muss". Die Überprüfung der Ziele alle fünf Jahre ist für Bünker jedenfalls "sicher zu selten" und er gibt zu bedenken: "Es ist auch unsere Art zu leben, die dazu führt, dass Menschen fliehen müssen."


Autor: Mario Weidinger am 20.12.2015 - 11:37


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